Susanne Aeschbacher

«AUFRÄUMEN» - AUF SEIN LEBEN ZURÜCKBLICKEN

Frauentreffen 2026_Feb (Foto: Susanne Aeschbacher)


«Aufräumen? Was soll ich aufräumen - meine Wohnung ist doch soweit in Ordnung!» Dies werden sich etliche der Zuhörer/innen am Frauentreffen vorab gedacht haben.
Nein, es geht heute nicht ums Aufräumen seiner Umgebung, sondern darum, seinen Fokus auf sein Inneres zu legen, sein Leben aufzuräumen, zu ordnen. Das Thema scheint topaktuell zu sein und auf riesiges Interesse zu stossen: der Saal im Kirchgemeindehaus ist randvoll, ca. 120 Personen haben sich eingefunden.
Die Referentin Eva Häuselmann setzt sich seit längerem intensiv mit Biographiearbeit auseinander und erarbeitet begeistert, wie sie sagt, ihre eigene Lebensgeschichte. Dazu will sie uns heute von ihren persönlichen Erfahrungen berichten und praktische Hinweise und Anregungen geben.
Dazu eine erste Frage: Warum braucht es einen Lebensrückblick, soll ich mein Leben analysieren und ordnen? Eva Häuselmann: Biographiearbeit kann mir helfen, mein Leben besser zu verstehen, mir meiner Identität bewusst zu werden, mich anzunehmen wie ich bin, mir meiner Ressourcen bewusst zu werden. Ich kann einen «Volltreffer» wahrnehmen, indem ich den roten Faden in meinem Leben aufzuspüren versuche und überlege, was mir stets wichtig war und ist. Dieser Blick zurück führt oft zu mehr Gelassenheit und Freiheit.
Die Referentin betont auch, dass es wichtig ist, liebevoll auf sich selbst zu schauen, den Gefühlen nicht auszuweichen, Lasten abzulegen, um versöhnlich sein eigenes Leben anzunehmen.
Wie kann ich aber konkret mit meiner Biographiearbeit beginnen? Eva Häuselmann rät den interessierten Zuhörern, nicht nur über ihr Leben nachzudenken, sondern auch aufzuschreiben – Gedanken, Erlebnisse, Erfahrungen, Episoden… Schreiben will als Prozess verstanden werden! Die Referentin vergleicht das Schreiben mit dem Schwimmen, das auch zuerst gelernt werden muss. Wie beginnen? Einfach MUTIG beginnen – Mut haben zu kleinen Schritten!

Fragen, die uns bei der Biographiearbeit helfen können:
Was habe ich erlebt – wie habe ich es erlebt?
An was erinnere ich mich gerne? Wann fühle ich mich besonders lebendig?
Hilfreich für den Beginn meiner Beschäftigung mit meinem Leben können auch sein: alte Briefe, Aufsätze, Fotos, das Verweilen und Betrachten von alten Gegenständen in meiner Umgebung, usw.
Biographiearbeit, das Beschäftigen und Aufräumen des eigenen Lebens, Lasten abzulegen, so ist Eva Häuselmann überzeugt, kann helfen, Altersweisheit zu erlangen! Sie sagt:» Das Grösste, das wir unseren Kindern, Enkeln, der Gesellschaft geben können, ist, zu unserer Energie zu schauen, auch mit einer geordneten, vielleicht wieder neu gelebten Beziehung zu Gott, gut alt zu werden.

Wie sehr das Thema dieses heutigen Frauentreffens die zahlreichen Frauen und Männer angesprochen und wahrscheinlich auch berührt hat, sieht man daran, dass noch lange nach dem Ende des Referates viele Zuhörer sitzen bleiben und diskutieren. Die wunderbaren, wohlklingenden Musiktöne von Christine Füllemann mit der Querflöte, begleitet von Linda Rickli am Klavier haben ebenfalls einen grossen Anteil am Erleben eines eindrücklichen, im Gedächtnis bleibenden Morgens.

Beatrice Geiser

Hilfreiche Literatur/weiterführende Links
 Verena Kast: Was wirklich zählt, ist das gelebte Leben
 Theres Spirig-Huber, Karl Graf: Ich werde, also bin ich
 www.edition-unik.ch
 www.biografika.de
 www.techtipp.ch

Bereitgestellt: 26.02.2026     Besuche: 94 Monat