Kultur und Wandern im Appenzellerland

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Vom 12. - 16. Juni 2017 erlebten 50 Seniorinnen und Senioren der Wandergruppe Jegenstorf fünf reichhaltige Tage im Appenzellerland. Auf Spaziergängen, Wanderungen und Besichtigungen lernten sie Land und Leute kennen und konnten den Jegenstorfer Alltag ein wenig vergessen.
Oskar Probst,
Im Appenzellerland gibt es viele Kronen. Nicht sichtbar gekrönte Häupter, sondern angeschriebene Häuser, z.B. in Gais, Gonten, Hundwil, Speicher, Trogen, Urnäsch, Wolfhalden. Und es gibt den Kronberg, einen wunderbaren Aussichtspunkt, dem Alpstein vorgelagert. Es gibt aber auch einen „Hohen Kasten“, drehbar, mit atemberaubender Aussicht auf das Rheintal und den Sämtisersee. Es gibt einen Käse, dessen Geheimnis man partout für sich behalten will. Und es gibt ein ureigenes Appenzeller Getränk, halb Apéritif, halb Digestif, bestehend aus 42 Kräutern und einer guten Portion Geist, dessen Rezeptur nur zwei Personen kennen, aus Gründen des Generationenwechsels vorübergehend drei. Es gibt aber auch eine „Sollemnitas sanctissimi corporis et sanguinis Christi“, mittelhochdeutsch „Fronleichnam“. Aber nur in einer Appenzeller Hälfte, der katholischen. Während die einen feiern, arbeiten die andern. Man mag sich aber trotzdem gut in den beiden Appenzeller Halbkantonen. Man singt, jodelt, spielt Hackbrett, zeigt sich gerne in bunter Tracht und erzählt Witze, dass sich selbst die Balken vor Lachen biegen. Und man trägt selbstbewusst zur Schau, dass man das Appenzell liebt und mit Leib und Seele dazugehört.

Bereits fünf Tage im Appenzellerland können also eine gehörige Horizonterweiterung bewirken. Das haben jedenfalls 50 Seniorinnen und Senioren der Wandergruppe Jegenstorf erfahren, die sich in der Zeit vom 12. bis 16. Juni 2017 auf fünf Wandertage eingelassen haben. Logiert haben sie - wie könnte es anders sein - in einer „Krone“, in Urnäsch, wo sie sich rundum wohlgefühlt haben. Auch dann noch, als eines Abends eine „Schweinsleberterrine mit Himbeeressig“, „Kutteln mit Weisswein- und Tomatensauce“ und ein „Sauerkrautparfait“ auf der Menukarte standen. Die Einen protestierten sofort unüberhörbar, andere begannen zu schmunzeln und trauten dem Hotelchef Walter Höhener und seiner Partnerin Liliane Imhof im Land des Witzes einen neckischen Scherz durchaus zu, was sich dann auch bewahrheitete und mit Filet statt Kutteln zum Besten wandte. Fünf reichbefrachtete Tage, mit viel Engagement und Umsicht geschnürt von Franziska Vogt und ihrem Leitungsteam, umspannten den Barfussweg in Jakobsbad, den „Schnuggebock“ und den „Tintelompe“ oberhalb Teufen, auch die majestätische Ebenalp, das malerische Städtchen Appenzell mit seiner farbenfrohen Fronleichnamsprozession hin zum Witzweg von Heiden nach Wolfhalden, der neben Witztafeln auch eine wundervolle Aussicht auf den Bodensee zum Besten gab.

Alle, ob Spaziergänger oder routinierte Wanderer, verbrachten eine wundervolle, auch regenfreie Zeit in einer eindrücklichen Landschaft, lebten die Geselligkeit, genossen den Appenzeller Humor, erfreuten sich an dieser besonderen Gegend und ihren traditionsbewussten Bewohnern. Ein grosses Dankeschön allen Teilnehmenden, ein grosses Dankeschön aber auch Franziska Vogt und ihrem Team für die umfassende Vorbereitung und umsichtige Durchführung der Appenzeller Kultur- und Wandertage 2017.
Appenzell
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Fotograf/-innen Oskar Probst und Weitere
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Bereitgestellt: 28.06.2017     Besuche: 60 Monat 
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