Susanne Aeschbacher

Frauen treffen Frauen

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Juden, Christen, Muslime zwischen Identität, Loyalität und Nationalität. Ein vielversprechender Titel, zu dem die heutige Referentin Frau Nina Ariely Zaugg, die in unserer Gemeinde wohnhaft ist, mit weitem Blick und brennendem Herz einiges zu sagen hat.
Sie ist jüdische Israelin, deren Grosseltern 1930 aus dem Irak ins damals britische Mandatsgebiet Palästina eingewandert waren, wo wie noch heute keineswegs „Milch und Honig flossen“. Dieses Bild hatte ihr Vater eher von der Schweiz, und so wuchs Nina seit dem 12. Lebensjahr in der Schweiz auf und pendelt seither zwischen unserem Land und Israel.

Israel, das heilige Land für drei grosse Weltreligionen - Judentum, Christentum und Islam - ist seit je Streitpunkt der Weltmächte. Geschichte und Politik sind im Zusammenleben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen allgegenwärtig.
Frau Ariely Zaugg umreisst in ihrem sehr kompetenten, dichten Vortrag die komplexen Spannungsfelder, belegt sie mit Zahlen, ringt um Verständnis der unterschiedlichen Sichten, ohne sie zu werten und wirbt um Verständnis für ihr geliebtes, leidendes Land.
Wer je von der sicheren Schweiz aus seine schwarz/weissen, einfachen Lösungen präsentieren möchte, muss eingestehen, dass es sie nicht gibt.

Nina Zaugg weist aber auch auf Hoffnungszeichen hin:
- Spitäler, welche syrische Flüchtlinge gratis behandeln
- Lehreraustausch zwischen Israeli und Palästinensern
- Karmeliterinnen, welche Kinder aus dem palästinensischen Gebiet einladen
- Initiativen wie Peace of Cake, Parent Circle Forum, Woman Wage Peace und andere.

Neben ihrer Vortragstätigkeit führt Nina Zaugg das Reiseunternehmen www.mainstaytours.com und hat zusammen mit ihrem arabisch-christlichen Geschäftspartner vor Ort bereits 38 Begegnungs- und Kulturreisen in Israel und den palästinensischen Gebieten durchgeführt.
Ausserdem leitet sie den Verein HAND ON HAND, der hoffnungsstiftende Projekte im Land unterstützen will. Ein besonderes Herzensanliegen sind ihr die arabischen Christen, die in der Gesellschaft seit Jahrhunderten einen positiven Beitrag leisten, aber heute als Minderheit leider zwischen die Fronten geraten und zunehmend das Land verlassen.

Somit begegnet uns im heutigen Frauenmorgen eine eindrückliche, unermüdliche Friedensstifterin, der wir nur das Beste und Gottes Segen für ihre Projekte wünschen!


Bericht von Lisalotte Dworzak

Bereitgestellt: 24.08.2018     Besuche: 29 Monat 
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