Susanne Aeschbacher

Frauen treffen Frauen

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«ISRAEL LEBT»

Die heutige Referentin Ursula Simon aus Jegenstorf ist pensionierte Berufsschullehrerin und gibt uns Einblicke in drei besondere Begegnungen mit Holocaust-Überlebenden.
Wunderschöne Harfenklänge stimmen uns mit Melodien aus Israel ein.
Das erste Bild zeigt einen grossen alten Olivenbaum, wie er in Israel bedeutungsvoll ist. Er kann sehr alt werden, Teile können absterben, Wurzel und Stamm bleiben und neue Triebe bringen wieder Früchte hervor.
Der Ölbaum steht auch als Symbol für das Gottesvolk. So ist das alte Testament mit der Geschichte des Judentums der Baum, auf den gemäss dem neuen Testament das Christentum aufgepfropft wurde.
Das Volk Israel, Jahrhunderte lang in alle Welt versprengt, verfolgt und fast ausgerottet, konnte im 20.Jh. in Israel endlich wieder neue Heimat finden und einen eigenen Staat gründen.

Ursula Simon erzählt uns nun, mit passenden Bildern veranschaulicht, von ihren sehr eindrücklichen Begegnungen mit drei jüdischen Menschen, deren Geschichte sie nach und nach erfuhr.

Da ist zuerst der Buschdoktor, den Ursula in ihrer Arbeit für die Christoffel Blindenmission (CBM) in Afrika kennen lernte. Der englische Augenarzt hat in Tansania die Augenheilkunde aufgebaut, eine Augenklinik geleitet und vielen Menschen mit Augenleiden helfen können. Sie vernahm, dass er als jüdisches Kind von seinen Eltern, die dann beide ermordet wurden, einem Kindertransport anvertraut wurde, was ihn vor dem Verderben rettete. Nach einer Flucht quer durch Europa konnte er in England ein neues Leben aufbauen. Für ihn galt immer: «Just do it!» Dass ihn im Alter immer noch Albträume plagten und im Schlaf aufschreien liessen, lässt nur erahnen, was er durchgemacht hat. Sein Leitvers aus Johannes 1 lautet:
«Das Licht strahlt durch die Finsternis und die Finsternis hat es nicht auslöschen können.»

In Eglisau, nahe der deutschen Grenze, begegnete unsere Referentin Spuren des damaligen israelischen Botschafters in Bern, der den Ort aufsuchte, wo er als Flüchtlingswaise Schutz fand und ein paar gute Jahre erleben durfte. Nach Kriegsende wurde er wie viele Juden, die in der Schweiz Aufnahme gefunden hatten, ausgeschafft und gelangte schliesslich illegal nach Israel, wo er beim Aufbau des jungen Staates aktiv wurde. Sein grosses Anliegen war:
Die Würde jedes Menschen hochhalten!

Bei einem Israelaufenthalt wurde Ursula Simon von einer Frau spontan zu einer Sabbatfeier eingeladen. Aus dieser Begegnung wurde Freundschaft: Die beiden Frauen blieben in Kontakt und kamen sich näher. Annika Tetzner wurde 1942 in Prag mit ihren Eltern von den Nazis deportiert und getrennt. Die Mutter wurde in Theresienstadt, der Vater in Dachau ermordet und das kleine Mädchen kam nach Auschwitz/Birkenau, wo es Opfer des berüchtigten Dr. Mengele und seinen menschenverachtenden Versuchen wurde. Sie hat das KZ überlebt und strandete in Norwegen, wo sie eine Familie gründete und später nach Israel auswanderte.
Sie hat ihr unglaubliches Schicksal künstlerisch verarbeitet, gemalt und geschrieben. Sie sagt von sich, dass in ihr schon immer Gott gelebt und zum Überleben geholfen hat. Ihr Anliegen ist:
In allem Mensch sein – und bleiben!

Es ist das Anliegen der Überlebenden, dass das unermessliche Leid der Juden im 2.Weltkrieg weitererzählt und nie vergessen wird.

Bericht von Lisalotte Dworzak
Bereitgestellt: 29.08.2020     Besuche: 146 Monat 
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