Lobbyist vom lieben Gott im Bundeshaus
Lobbyist und lieber Gott? Braucht Gott einen Lobbyisten und was macht dieser ausgerechnet im Bundeshaus? Diesen spannenden Fragen wird Beat Christen, unser Referent im heutigen Frauentreffen nachgehen und uns an seinem aussergewöhnlichen Lebenslauf teilhaben lassen.
Beat Christen, von Beruf Maschinenmechaniker, studierter Ingenieur und Oberstufenlehrer ist seit 45 Jahren, wie er sagt im Auftrag Gottes unterwegs. Er, früher ein Atheist, antiautoritär, ein typischer 68-er, eine «wandelnde Provokation» (Zitat B. Christen) hat sich später intensiv mit dem Wort Gottes auseinandergesetzt, eine Offenbarung für ihn. Eher zufällig entdeckt er in Timotheus 2, 1-6, dass Gott uns auffordert, für die Regierenden und Verantwortungsträger zu beten. Durch diesen Ruf Gottes an ihn, wird einer seiner wichtigsten Tätigkeitsorte deshalb das Bundeshaus, wo er während der Sessionen täglich anzutreffen ist. Er leitet dort die Andachten und ist oft und gerne im Gespräch mit den Politikern, erörtert mit ihnen «auf diskrete, angenehme Art ethische und religiöse Fragen», wie Ulrich Giezendanner, der bekannte SVP-Politiker sagt. Dies, eine wichtige Tätigkeit, aber sicher auch eine enorme Herausforderung für den «Mann Gottes», wie er scherzhaft oft genannt wird. Wie viel Mut braucht es wohl, einem Bundesrat öffentlich Segen zuzusprechen und für ihn zu beten?
Im Bundeshaus erarbeitet sich Beat Christen ein erstaunliches Netzwerk. 1979 wird er von der VBG (Vereinigte Bibelgruppen) angestellt und wird unter anderem Pionier im Bereich Firmengebet.
2011 wird Beat Christen offiziell pensioniert. Er, der aktive, sportbegeisterte frühere «Beter vom Bundehaus» will seiner Motivation treu bleiben und setzt sich zum Ziel, einmal pro Jahr betend und segnend quer durch die Schweiz zu pilgern, gemäss dem Bibelwort «Überall, wo du die Fusssohlen hinlegst, wird Gott dir das Land geben.» (Josua 1,3).
2023 erlebt er auf seiner 13. Wanderung einen tragischen Unfall. Er stürzt 117 Meter über eine Felswand und ist seither querschnittgelähmt. Doch dieser Schicksalsschlag hat ihn nicht verbittert, weiss er sich doch bei Gott gut aufgehoben. Beat Christen: «Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Ich kenne den «Chefarzt des Himmels» und er kennt mich. Drei Wunder habe ich erlebt, er kann auch ein viertes schenken. Meine Hoffnung und mein Bezug zum allmächtigen Gott sind ungetrübt vorhanden. Ich habe die Gnade des Glaubens erlebt. Das ist weder Verdienst noch Errungenschaft, sondern ein Geschenk.»
Beat Christen schliesst seinen eindrücklichen Bericht mit den Worten: «Wir haben nur zwei Möglichkeiten: mitzuprägen oder geprägt zu werden. Das Gebet ist die Strategie der (Ohn-)macht. Wir sollten diese Strategie viel mehr nutzen.»
Wir wünschen Beat Christen, dem engagierten, hoffnungsspendenden, mutigen, ermutigenden Christen weiterhin viel Mut, Kraft und Gottes reichen Segen .
Umrahmt wird dieser eindrückliche Morgen von Marina Kaufmann, die uns mit ihrer glockenhellen Stimme wunderbare Jodellieder singt, frisch-fröhlich begleitet von Adrian Gehri, am Schwyzerörgeli.
Beatrice Geiser