Karin Rey

Strahlendes Kirchenfest für jeden Geschmack

Kirchenfest-Samstag52 (Foto: Simon Schöni / Rober Alder)

Kirchenfest-Samstag52 (Foto: Simon Schöni / Rober Alder)

Bei herrlichem Spätsommer-Wetter fand am ersten September-Wochenende 2014 das 500-Jahr-Jubiläum der Kirche Jegenstorf seinen Abschluss. Das vielfältige Programm des grossen Kirchenfestes hat Jung und Alt angesprochen: Hip-Pop und Linedance, Schülerbands und Vesperchor, Bogenschiessen und Zinngiessen, Kaffeestube und Pasta-Zmittag, Blasmusik und Gesangsvereine, Chorgericht und Taubenfliegen ... Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurden die Feierlichkeiten beendet, welche seit anfangs März das Gemeindeleben prägten. Ungezählte Mitwirkende und Festbesucher blicken mit Freude und Dankbarkeit auf die erfüllten Festtage zurück.
Text: Walter Wermelinger und Alfred Aeppli
Fotos: Roland Juker, Robert Alder, Simon Schöni, François Junod

Freitagabend für die Jungen
Es war beeindruckend, was die Jugendlichen am Freitagabend auf die Beine stellten. Neben Verpflegungsständen gab es Aufführungen der Tanzgruppen the link, roundabout und l’espace. Diese wurden abgelöst von den Schülerbands aus Jegenstorf. Die Jungen machten auf und vor der Bühne begeistert mit. Programmabschluss war das Konzert mit Stego. Er entspricht mit seinem Hemd und der kurzen Hose nicht dem gewohnten Bild eines Rappers. Auch seine Musik ist nicht typisch für Rap oder Hip-Hop. "Die Musik ist sehr facettenreich – ich würde sie eher als Hip-Pop bezeichnen", erklärt Stephan Germann, wie Stego mit bürgerlichem Namen heisst.

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Samstag „mitten im Dorf – mitten im Leben“
Das Festprogramm liess am Samstag keine Wünsche. Begonnen hat es mit Fyre mit de Chlyne in der Kirche. Anschliessend gab es Besichtigungen des Kirchturms, der Orgel und Erläuterungen zu den Glasgemälden in der Kirche. Das Pasta-Zmittag zu Gunsten des Hilfswerks Vision Ost wurde von einem Platzkonzert der Musikgesellschaft Jegenstorf begleitet. Nach Spielen und Spass für Kinder und Familien rund um die Kirche war das Vespersingen des Projektchores „Kirchenjubiläum“ ein weiter Höhepunkt. Die Zuhörer erlebten eine musikalische Zeitreise von der Renaissance bis ins 21. Jahrhundert.

Die Glocken der Kirche Jegenstorf läuteten am Abend auf Radio SRF1 und im Dorf den Sonntag ein. Beim Nachtessen draussen auf dem Platz füllten sich alle Tische und Bänke. Ein Jodler-Crashkurs des Jodlerklubs Maiglöggli fand viel Zuspruch. Spontan wurden Festbesucher in den Jodlerklub integriert und zum gemeinsamen Gesang angeleitet. Die anschliessenden Darbietungen der Jodler, gefolgt von den Jegischtorfer Singlüt und dem Chor Cantissimo von Urtenen-Schönbühl begeisterten die Besucher.

Unterbrochen wurde dieser Konzertblock auf der Bühne des Kirchgemeindehauses durch die Rückkehr der Kirchenbank. Sie war seit dem Start des Kirchenjubiläums am 2. März unterwegs, beispielsweise beim Jodlertheater, am Cevi-Tag, auf dem Dorfplatz beim Coop, am Frühlingsfest der Rotonda, früh morgens bei den Pendlern am Bahnhof, bei den spielenden Kindern auf der Stampfimatt und an der Bundesfeier. Jetzt kam sie zurück ans Kirchenfest und wurde vom Moderator Ruedi Josuran interviewt. Sie berichtete von ihren Eindrücken auf dem Weg durch das Dorf. Anschliessend kehrte sie an ihren ursprünglichen Platz in der Kirche zurück.

Auf grosses Interesse stiess die Aufführung Jegischtorfer Chorgricht. Die Berner Regierung rief 1587 mittels des "Christlichen Mandats" die Chorgerichte ins Leben. Sie hatten in den Kirchgemeinden für Ehrbarkeit zu sorgen und hatten das Recht, zu ermahnen und zu büssen, sei es durch Geldstrafen oder Haft von ein paar Stunden bis zu mehreren Tagen. Bei der Aufführung wurden tatsächliche Fälle aus dem Chorgerichtsmanual der Kirche Jegenstorf unter der Regie von Reto Lang berührend inszeniert. Zu später Stunde konnte man die Linedance-Choreographie der Rusty Nails geniessen und sich auch selber darin versuchen. Kurz vor Mitternacht erinnerte die Gruppe von Monique Nydegger mit dem Schreckmümpfeli in der Kirche an alte Zeiten.

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Sonntag mit würdigem Schluss des Kirchenjubiläums
Am Sonntag war der ökumenische Gottesdienst mit dem Gospelchor Jegenstorf geprägt durch die spürbare Gemeinschaft untereinander und mit Gott. Die Feier wurde geleitet von Pfarrer Alfred Aeppli und dem katholischen Theologen Gallus Weidele. Sie knüpften an das Dankgebet von König Salomo bei der Einweihung des Tempels an und spannten den Bogen zum Bau der Kirche vor 500 Jahren. Doch Gott ist viel grösser, als dass er in ein von Menschen gebautes Haus hinein passen würde. Der Kirchturm weist zum Himmel und die Glocken tagen den Schall ins Dorf hinaus. So soll auch die Botschaft des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung weit über die Kirche hinaus reichen, die Herzen der Menschen erreichen und im praktischen Alltag ihren Niederschlag finden. Die Feier wurde von einem grossen Team der Kirchgemeinde und des Gemeinderates Jegenstorf durchgeführt. Gemeinderatspräsident Daniel Wyrsch dankte für die Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde und Kirchgemeindepräsident David Staub fragte nach der Präsenz der Kirche im öffentlichen Leben: "Welche Bedeutung wird die Kirche in den nächsten 500 Jahren haben?"

Der Zusammenhalt der Festbesucher war auch beim anschliessenden Kirchenbrunch zu spüren, wo viele Beziehungen gepflegt wurden. Die Kinder vergnügten sich rund um die Kirche beim Spielen und Basteln. Das Jegischtorfer Chorgricht, wurde nochmals in der voll besetzten Kirche wiederholt. Anschliessend bildeten die Anwesenden draussen auf dem Platz die grosse 500-Personen-Nummer und die Kirchenkreispräsidentin Rita Habich blickte zurück auf das vergangen Jubiläums-Halbjahr. Der Flug der Friedenstauben von der Kirche bildete den Schlusspunkt der Feierlichkeiten. Ungezählte Mitwirkende und Freiwillige, Vereine und Schauspieler, Junge und Alte waren am frohen Fest beteiligt. Herzlichen Dank!

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»  Ein grosser Dank den vielen Mitwirkenden beim Kirchenjubiläum!
Bereitgestellt: 16.10.2014      
aktualisiert mit kirchenweb.ch